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Der Weg des Samurai – Japanische Kampfsportarten

Fernöstliche, gerade aber auch japanische Kampfkunst ist sehr facettenreich. Um aus dem Angebot herauspicken zu können, was auf die individuellen Bedürfnisse am besten passt, haben wir hier eine kleine Übersicht zusammengestellt.

Kendo – Kampfkunst der Samurai

Kendo ist eine abgewandelte Version des Schwertkampfes, wie ihn die Samurai im Geheimen erlernten und weitergaben. Basis des Kendo ist aber eigentlich gar nicht der Schwertkampf, sondern das Üben der optimalen Bewegungsabläufe. Nichts desto trotz ist bei dieser Sportart eine Schutzausrüstung, für Kopf, Hände und Unterarme, den Rumpf und die Lenden notwendig. Was früher mit echten, schweren Holzschwertern trainiert wurde, wird heute mit Übungsschwertern aus Bambus einstudiert. Es gibt verschiedene Stilrichtungen des Kendo (z.B. Jordan Stil oder Nito-Stil).

Der wesentlichste Unterschied des Kendo zu anderen japanischen Kampfsportarten, ist der Einsatz von Waffen, der sich auch in der inneren Einstellung der Kämpfer widerspiegelt. Denn hier gilt der Leitspruch: „Wer verteidigt, verpasst die Gelegenheit zum Angriff!“ Zu Treffen ist bei Weitem wichtiger als selbst nicht getroffen zu werden.

Nachteile: Die Ausrüstung ist teuer weil sie aus Trainingskleidung, Schwertern und Rüstung besteht.

Jiu-Jitsu – waffenlose Verteidigung

Wie Kendo, stammt auch Jiu-Jitsu aus der Zeit der Samurai. Jiu-Jitsu bedeutet übersetzt: ‚die nachgebende Kunst‘, ursprünglich wurde sie nur geheim im Adel weitergegeben. Bushido, der Verhaltenskodex der Samurai, bildet auch hier das mentale Grundgerüst für die verschiedenen Schlag-, Tritt,- Stoß-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken, die der waffenlosen Verteidigung dienen. Da die Kraft des Gegners zu eigenen Zwecken genutzt werden soll, hat das Krafttraining gegenüber der Genauigkeit der Ausführung einen untergeordneten Stellenwert.

Besonderheit: Am Anfang jeder Lektion steht ein intensives Konditionstraining.

Aikido – Wie eine Trauerweide im Sturm

Die Bewegungsabläufe des Aikido stammen zwar vom Schwertkampf ab, die hölzernen Übungswaffen finden jedoch (wenn überhaupt) nur noch im Training Verwendung. Aikido zielt nicht auf das Verletzen des Angreifers ab, sondern darauf, ihn durch frühes Eingreifen effektiv in seinem Angriff zu stören. Der Gegner soll zur Einsicht gebracht werden und dazu, von einem weiteren Angriff abzulassen. Die friedliche Gesinnung des Aikido spiegelt sich in seinem Namen wieder. Do ist der Weg von Ai (Harmonie) und Ki (Lebensenergie). Die Energie aus dem gegnerischen Angriff soll nicht einfach abgeblockt, sondern vielmehr kontrolliert werden. Als Sinnbild dieser Kampfkunst steht die flexible Trauerweide, die durch Nachgeben einem Sturm besser Stand halten kann, als beispielsweise die stabile Eiche, die unter dem Druck des Windes bricht.

Besonderheit: Um das Aufnehmen und Umkehren eines Angriffs zu betonen, sind die Bewegungen beim Aikido äußerst rund und ausladend.

Judo – Siegen durch Nachgeben

Das ist der Leitspruch im Judo, das Anfang des 20. Jahrhunderts aus Jiu-Jitsu Techniken entstand. Wobei die Schlagtechniken nur noch in der Kata, dem traditionellen, stilisierten Übungs-Kampf, angewendet werden. Zudem ist Judo deutlich wurflastiger. Zu den Wurftechniken, müssen konsequenterweise auch Falltechniken geübt werden und Bodentechniken um den Gegner am Boden zu fixieren oder zum Aufgeben zu zwingen. Neben Festhaltetechniken kommen auch Hebel- und Würgetechniken zum Einsatz. Diese Griffe dürfen nur so lange eingesetzt werden, bis der Gegner durch Abklopfen am Gegner oder auf der Matte sein Aufgeben signalisiert. Judo wird also in vielerlei Hinsicht seiner wörtlichen Bedeutung, ‚der sanfte Weg‚ gerecht.

Besonderheit: Viele Würfe, weshalb man auch ‚richtig fallen‚ lernt.

Fazit

Wer Kondition, Konzentration und Beweglichkeit mittels einer Kampfsportart trainieren will, wird in der japanischen Kultur also sicher fündig. Aber auch andere Länder warten mit spannenden Kampfkünsten auf. Hier finden Sie einen Artikel zu Kampftechniken Mash-Up – wie Karate, Taekwondo & Co.