hukendu.at/Ratgeber  - Der Wegweiser im Dienstleistungsdschungel

Kindergesundheitspraxis – Ausgeglichenheit, Lebensfreude & Wohlbefinden für Ihr Kind

hukendu ist neugierig und will mehr über Dienstleister, ihren Werdegang und ihre Arbeit wissen. Diesmal im Interview: Jeannine Grassinger – mit Ihrer Kindergesundheitspraxis

h: Ernährung ist ein großes Thema – viele Erwachsene kämpfen mit Übergewicht, falscher Ernährung und der Sorge um schädliche Zusatzstoffe. Kann in der Kindheit der Grundstein für eine positive und achtsame Haltung dem Essen und dem eigenen Körper gegenüber gelegt werden? Gibt’s Schutz vor Frustessen und Diätwahn?

J.G: „Ja, denn genau da kann man das Essverhalten noch so beeinflussen und gesund Essen lernen, dass Probleme als Erwachsener mit Übergewicht oder den Folgen von zu ungesundem Essen, erst gar nicht entstehen. Deshalb ist es ja so wichtig schon im Kindesalter darauf zu achten, den Kindern ein gesundes Essverhalten zu lernen. Dazu ist es auch notwendig den Körper und dessen Signale (wieder) wahr zu nehmen. Wenn Kinder lernen, was gesundes Essen und gesundes Essverhalten ist, gibt es kein Frustessen oder Diätwahn.“

h: Stimmt’s wirklich, dass Kinder schwer von anderem als Pizza, Pommes und Fischstäbchen überzeugt werden können? Wenn das der Fall ist – wie zeigt man ihnen, dass Essen mehr sein kann?

J.G: „Wenn sie das jahrelang gegessen haben und ihnen die Werbung falsche Dinge vorgaukelt, ist es natürlich schwierig sie davon zu überzeugen, dass das was vielleicht nicht so gut schmeckt, besser für sie ist. Kinder leben im Hier und Jetzt, es ist ihnen egal, dass die Pommes, die sie heute essen später einmal dazu beitragen können, dass sie krank werden. Kinder denken nicht was in 20 oder 30 Jahren ist. Da ist man ja sowieso schon „steinalt“.

Deswegen ist es auch so schwierig ihnen zu vermitteln, dass das leckere Essen bei dem sie sich JETZT gut fühlen nicht gut für sie in 20 Jahren ist. Aber hier ist es ganz wichtig, ihnen auf spielerische Art und Weise das nötige Wissen zu vermitteln, um sie zu einem kompetenten Esser zu machen. Wichtig ist auch, den eigenen Körper wieder richtig wahr zu nehmen und unterscheiden zu können zwischen Hunger und Appetit oder auch zu merken wenn man satt ist.“

h: Darf Fastfood ab und zu sein – oder macht das die Sehnsucht danach nur größer?

J.G: „Etwas zu verbieten macht nur Lust darauf. Natürlich darf Fast Food sein, aber mehr als 1-2x pro Monat ist nicht zu empfehlen.“

h: Leiden in Österreich viele Kinder an Übergewicht? Wie kommt es dazu? Und was können Eltern tun, damit es nicht so weit kommt?

J.G: „Tatsache ist, dass es immer mehr werden. Genaue Zahlen gibt es aktuell nicht.  Aber man schätzt dass es in Österreich 15-20% der Kinder und Jugendliche betrifft. Es sind viele verschiedene Faktoren die zu Übergewicht bzw. Adipositas führen können. Meistens jedoch wird dem Körper mehr Energie zugeführt als er verbraucht. Bewegungsmangel spielt daher auch eine große Rolle. Häufig sind es auch psychische Aspekte wie Frustessen oder Essen aus Langeweile, die ursächlich an der Entstehung von Übergewicht beteiligt sind. Natürlich kann Übergewicht aber auch mit bestimmten Erkrankungen und genetischen Faktoren zusammenhängen.“

h: Mit welchen Problemen oder gar „Zivilisationskrankheiten“ kommen Ihre jungen Patienten außerdem zu Ihnen?

J.G: „Meine Klienten kommen mit ganz unterschiedlichen Beschwerden zu mir, aber meistens sind es typische Beschwerden die durch zu viel Stress das energetische Gleichgewicht durcheinander gebracht haben und somit zum Beispiel zu  Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder chronische Müdigkeit führen.“

h: Haben Sie eine spezielle Ausbildung gemacht, die auf die Theraphiearbeit mit Kindern abzielt?

J.G: „Ich bin Mutter und ich liebe Kinder. Aber ich hab natürlich auch Ausbildungen gemacht, die speziell auf die Arbeit mit Kindern zugeschnitten sind. Wie zum Beispiel Kinderernährungstrainer oder Kindergesundheitstrainer.“

h: Ändert sich durch die Behandlung die Körperwahrnehmung der Kinder? Was „lernen“ die Kinder bei Ihnen?

J.G: „Das tut es und das ist auch das Ziel. Kinder sollen (wieder) lernen auf ihren Körper zu hören und wahr zu nehmen. In einer kinesiologischen Sitzung geht es gar nicht anders, als dass die Kinder sehr aufmerksam sein müssen was ihr Körper ihnen zurück meldet. Ich habe das „wieder“ absichtlich in Klammern gesetzt, weil sie es urspünglich ja können wenn sie auf die Welt kommen. Kinder handeln immer intuitiv und essen wenn sie ganz klein sind zum Beispiel wirklich nur wenn sie Hunger haben. Sie werden nie ein Baby zu Gesicht bekommen dass ein Fläschen möchte weil ihm langweilig ist. Durch unseren Alltag, der stark vom Medienkonsum getrieben ist, verlernen sie es leider. Essen neben dem Fernseher zum Beispiel ist so Etwas, bei dem man verlernt seinen Körper und dessen Sättigungssignale wahr zu nehmen.“

h: Wie werden die Eltern in die Behandlung mit einbezogen?

J.G: „Die Eltern werden natürlich gänzlich mit einbezogen. Gerade im Kindesalter geht ohne Eltern natürlich gar nichts.“

h: Und zum Abschluss: Was ist Ihre Lieblingsspeise? Salzig und süß!

J.G: „Ich liebe Melanzani – also liebe ich alles wo Melanzani mit drin ist. So eine richtige Lieblingsspeise hab ich nicht. Wenn ich Süßes sündige dann ist es Tiramisu, da kann ich einfach nicht widerstehen.“

Jeannine Grassinger ist dipl. Kindergesundheitstrainerin, Kinderernährungstrainerin, zert. Kinderyogalehrerin, Kinesiologin u.v.m.